September 2020 – Das Warten geht immer noch weiter

Tja, liebe Leser. Es gibt immer noch nichts Neues. Jürgen wurde immer noch nicht gefunden. Er ist und bleibt, wie vom Erdboden verschluckt.

Ich bin den ganzen Monat in Deutschland. Ich suche mir einen Therapeuten, nehme nochmals Kontakt mit der Botschaft auf und habe auch nochmals Kontakt mit Adjudant G. in Bormes von der Gendarmerie.

Alexander ist eine Woche in Bormes, trotz Risikogebiet, und hat ein ausführliches Gespräch mit Adjudant G. Er verteilt nochmals Flyer von der Suchmeldung in einem etwas größeren Gebiet.
Letzte Woche erhalte ich eine E-mail von Adj. G. mit der Info, dass nochmals ein Hund bestellt wurde, um in einem noch nicht durchsuchen Gebiet nach ihm zu suchen.

Ich selbst genieße das schöne Wetter, treffe mich häufig mit Freunden, habe mich in einer single Wandergruppe angemeldet, verbringe schönen Stunden an den umliegenden Seen, mache viel Sport. Ich habe jeden Tag Programm. Und das ist gut so.

Ich versuche positiv in MEINE eigene Zukunft zu sehen und plane diese auch sehr konkret. Ich werde immer egoistischer und mache nur das, was mir auch wirklich Spass macht.
Es geht mir von Woche zu Woche besser und ich heule auch nicht mehr soviel, wie im Juli und August. Sogar das Schlafen klappt immer besser.

Als Alexander zurück ist, stellen wir ein wenig Sperrmüll zusammen und ich lade Jürgens Söhne ein, seine Kleidung zu sichten, und sich die Sachen mitzunehmen.
Auf die Bemerkung hin, dass sie diese Aktion etwas verfrüht fanden, erkläre ich, dass ich nach vorne schauen muss und mein Leben jetzt eigenverantwortlich wieder auf die Reihe bekommen muss.

Ich schreibe Jürgen einen Brief über unser Leben. Das tut mir gut. Stückweise therapiere ich mich so selbst.

Nichtsdestotrotz wünsche ich mir nichts mehr, als dass sie Jürgen finden und ich mich entsprechend von ihm verabschieden kann.

Ich halte Euch informiert, was in den nächsten Wochen passiert.
Nochmals bedanke ich mich bei allen Freunden und Unterstützern in dieser trotz allem immer noch schweren Zeit.

Das Leben, mein Leben muss weiter gehen.

2 Kommentare zu „September 2020 – Das Warten geht immer noch weiter

  1. Liebe Martina!
    Ich finde es sehr beeindruckend, wie Du mit dieser schrecklichen Situation umgehst. Als mein Mann vor 13 Jahren sehr plötzlich und viel zu früh verstarb, war ich nicht so überlegt und sortiert. Aber Du musst tun, was Du für richtig hältst und was Dir gut tut. Ich wünschte manchmal, dass ich das auch so gekonnt hätte. Ich wünsche Dir viel Kraft und liebe Menschen in Deiner Umgebung.
    Alles Gute
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

    1. Danke Ulrike für dein Lob. Alle meine Freunde bewundern mich dafür. Anscheinend habe ich die „passenden“ Ansätze gefunden. Aber in dem Alter hat man auch schon viele Erfahrungen gesammelt. Und den Kopf in den Sand stecken war noch nie mein Konzept. GLG zurück und ein schönes Wochenende.
      Martina

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