Fiji – unterwegs im Nordwesten von Viti Levu

Nachdem Dravuni Island am 22.10. wegen schlechtem Wetter gecancelt wurde, verbrachten wir einen weiteren Tag auf See. Kurzfristig wurde vom Schiff das Programm aufgepeppt. U.a. gab es freie Drinks an den Pools. Natürlich war ich da auch mit von der Partie. Wir waren eine nette Truppe und hatten Spaß. Trotzdem wäre mir ein Strandtag auf dieser kleinen fast unbewohnten Insel lieber gewesen. Doch auf See zählt safety first.

So kann ich dieses anscheinend paradiesische Eiland nur vom Schiff aus fotografieren. Das Wetter lud eh nicht für einen Strandtag ein.

So nimmt die Westerdam Kurs auf den nächsten Hafen Lautoka, im Nordwesten der Insel Viti Levu.
Dort legen wir pünktlich am nächsten Morgen an.

Wir machen einen langen Ausflug und erfahren einiges über Land und Leute von der deutschsprachigen Guide Brunhilde, die seit 2006 hier in Fiji lebt.

Fiji ist immerhin 3000 qkm groß. Nur 10% davon sind Landfläche, der Rest Wasser.
Die Landschaft hier oben im Nordwesten ist sehr schön und abwechslungsreich.
Die Hauptexportgüter sind Zucker, Kava und Ginger.
Hier ein paar Details zur Geschichte und zur Besiedelung Fijis.

In Fiji hat man Zeit.

Die Mangos sind reif und werden am Strassenrand verkauft. Es ist Sonntag und alles scheint wirklich sehr entspannt zu sein.

Unser erster Halt ist am größten hinduistischen Tempels im Pazifik. Hier im Nordwesten der Insel ist das Straßenbild sehr indisch geprägt!

Ich zeige hier die Bilder von Thorsten, da wir während der Führung nicht fotografieren durften. Die Führung selbst war hochinteressant.

Hinduistischer Tempel Sri Siva Subramaniya in Nadi

„Im ursprünglichen Tempel wurde 1926 der Then India Sanmarga Ikya Sangam (TISI Sangam) gegründet. Anhänger strömten in großer Zahl dorthin, um die vielen neuen und einzigartigen religiösen Zeremonien, die zum ersten Mal im Tempel abgehalten wurden, mitzuerleben und daran teilzunehmen. Der Grundstein für einen neuen Tempel wurde 1976 während der Feierlichkeiten zum Goldenen Jubiläum von Seiner Exzellenz, dem Hochkommissar für die Regierung Indiens in Fidschi, am alten Standort gelegt. Der Tempel wurde in den besten Traditionen der alten dravidischen indischen Tempelarchitektur sowie den Prinzipien der heiligen Architektur der Vastu-Vedischen Tradition erbaut. Die Einweihungszeremonien ihres neuen Nationaltempels fanden am 15. Juli 1994 statt.“ Das hat uns Thorsten geschickt per Whatsapp.

Weiter geht es zur World War II Gun site.

Auch hier ein Statement von Thorsten.

„Anbei noch ein wenig Geschichtsunterricht zum gestrigen Ausflug. Ich würde einmal behaupten wollen, dass diesen Ort wenige Besucher zu Gesicht bekommen. Aber gerade auf unserer Reise ist es schon ein sehr interessantes Thema und gehört zum Pazifik dazu.“


„Momi-Batterie aus dem Zweiten Weltkrieg
Die Momi-Batterie war eine von sechs Batterien im Land und wurde zur Verteidigung der Navula-Passage im Zweiten Weltkrieg errichtet, die während einer Küsteninvasion als Haupteingangspunkt für japanische feindliche Streitkräfte galt. Es lag in der Nähe einer tiefen Wasserpassage und der strategisch wichtigen Landebahnen in Nadi und des Hafens von Lautoka. Im Oktober 1940 begannen die Soldaten der Fiji Defence Force, mit Hilfe einheimischer Arbeiter, Standorte für die 6-Zoll-Kanonen vorzubereiten. Im April 1941half die New Zealand Expeditionary Force beim Bau des Verteidigungssystems und installierte zwei 6-Zoll-Marinegeschütze. Sie bildeten auch die fidschianischen Kanoniere aus. Materialien für die Baustelle wurden auf Zuckerrohrzügen transportiert, bevor eine Straße zur Baustelle gebaut wurde. Das Gelände enthielt einen Beobachtungs- und Kommandoposten, einen Feuerleitraum, einen Ruheraum, zwei Munitionslagerräume, einen Ranger-Finder, einen Magazinraum und zwei separate Verteidigungsbunker für die Waffen. Es gab andere veraltete Artilleriegeschütze, die um das Gelände herum platziert waren, sowie Stacheldraht, Verteidigungsgräben, Maschinengewehrposten, Suchscheinwerfer, Panzerabwehrkanonen und Flugabwehrkanonen. Bis Mai 1941waren die Waffen unter dem Namaka-Kommando einsatzbereit. Die 37. Division der US-Armee traf im Juni ein und das 129. Regiment übernahm im Oktober die Besetzung der Batterie. Sie installierten ein Sonarsystem, um nach möglichen ankommenden U-Booten Ausschau zu halten. Im selben Jahr unternahmen mindestens vier japanische U-Boote vom Typ B1 Aufklärungsfahrten nach Fidschi. Sie waren mit zerlegten Wasserflugzeugen ausgestattet, die zusammengebaut und gestartet werden konnten, um eine Luftaufklärung durchzuführen. Im April 1943 übernahmen das 192. Infanterieregiment und das 246. Feldartillerie-Regiment die Besetzung der Batterie. Im Juli 1943 traf das 283. Küstenartillerie-Bataillon ein. Im November feuerte es unter dem Kommando von Captain Andrew Grant einige Schüsse ins Meer ab, nachdem das Sonarsystem verdächtige Messwerte hatte. Es sollte das letzte Mal sein, dass die Waffen im Verlauf des Krieges aktiv eingesetzt wurden. Im Februar 1944 wurde der Standort aufgrund des Rückzugs japanischer Streitkräfte aus dem Pazifik nach ihrem Verlust in der Schlacht von Guadalcanal auf den Salomonen geschlossen.“

Weiter geht es nach Nadi, wo wir eine kurze Kava Zeremonie erleben und ein wenig Zeit haben zum Shoppen.
Die Kava Wurzel ist kein Rauschmittel. Sie hat lediglich eine wenig sedierende Wirkung. Man bekommt eine taube Zunge, wie bei Halswehtabletten.

Und jetzt kommt der Orchideengarten. Dort hat es mir super gut gefallen.
Der Park heißt Parc of the Sleeping Giants, da der Park unterhalb einer Felsformation liegt, die mit etwas Vorstellungskraft etwas an Schlafende Riesen erinnert.
Es gefällt mir Park sehr gut, überall singen Vögel. Ich drehe eine große Runde, laufe auch hoch zu einem Lookout. Die Sicht ist leider etwas diesig aber es hat mir Bewegung beschert. Zurück gibt es einen leckeren Saft.

In den Mud Pools!

Ich entscheide mich gegen das Schlammbad und fotografiere lieber meine Mitreisenden.

Und das war gut so. Denn, wie beim Baden am Wasserfall, war hinterher nicht genügend Zeit, sich in Ruhe umzuziehen.

Das ist ein Problem bei diesen, mit vielen Stopps gestalteten, Ausflügen. Ich persönlich bin lieber Slow Motion unterwegs und mit Mut zur Lücke.
Meine Mitreisenden haben es jedoch sichtlich genossen und hatten viel Spass!

Dann ging es noch in ein Vorzeigeprojekt, ein Dorf, dass mit Spenden unterstützt wird. Wir erhalten auch hier eine interessante Führung.

Hier das Statement von Thorsten zu diesem Programmpunkt:
„Viseisei – die älteste Siedlung in Fiji
Viseisei ist ein Dorf am Vuda Point an der Westküste der Insel Viti Levu. Traditionell war Vuda Point der Landeplatz der Kanus, die die melanesischen Vorfahren der Fidschianer ins Land brachten. Der Überlieferung nach ist es die älteste Siedlung in Fidschi, die von Lutunasobasoba gegründet wurde.
Lutunasobasoba gilt zusammen mit Degei als einer der Vorfahren der Fidschianer (iTaukei). Einer Geschichte zufolge stammten sie aus der Nähe des Tanganjikasees und segelten in der Kaunitoni und mehreren anderen Kanus zur See. Die Kaunitoni strandeten im westlichen Riff von Viti Levu, nördlich des heutigen Dorfes Viseisei. Eine Gruppe mit Lutunasobasoba als Anführer, beschloss sich dort niederzulassen. Degei beschloss mit den Kaunitoni, an der Küste nach Osten zu segeln, landete in Rakiraki und ließ sich in den Nakauvandra-Bergen nieder. Es wird angenommen, dass diese besondere Geschichte aus einem Wettbewerb stammt, der in den späten 1870er Jahren von Missionaren veranstaltet wurde, die eine fantasievollere Geschichte entwickeln wollten als die, die zu dieser Zeit in fidschianischen Kreisen existierte. Die Gewinnergeschichte erzählt, dass Degei und Lutunasobasoba Götter aus dem Tanganjikasee waren. In der Neuzeit wird angenommen, dass Fidschis erste Bewohner Proto-Polynesier der Lapita-Kultur waren, deren Vorfahren aus Südostasien stammten. Fidschis ehemaliger Präsident Ratu Josefa Iloilo, der hauptsächlich den Titel Tui Vuda trug, stammte aus Viseisei. Ratu Iloilo starb am 6. Februar 2011 im Alter von 90 Jahren.“


10 Minuten nach der eigentlichen onboard Time sind wir erst zurück auf dem Schiff.

Bald darauf verlassen wir Fiji bei Sonnenschein.

2 Seetage bis Neukaledonien liegen vor uns.

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