27.5.2019 – Rückfahrt zur Mokkoro-Station mit Elefanten Roadblocks

Heute geht es leider zurück in die Zivilisation
Wir werden wieder um 6.00 geweckt, Katzenwäsche, kurzes Frühstück, 2 Tassen Filterkaffee. Jürgen muss dann noch die richtige Toilette im Zelt aufsuchen.
Ich steige derweil mal wieder ein paar Vögeln nach, bin aber wenig erfolgreich.

 

Um kurz nach 7.00 Uhr geht es heute wieder auf den Bushwalk, wieder mit Salvation als Frontmann und Chico als Schlusslicht.

Da ich unbedingt schauen möchte, was aus dem Impala Riss von gestern geworden ist, starten wir heute gegen die Sonne, nach Osten und erreichen nach kurzer Zeit den Termitenhügel mit dem Baum, wo gestern das Impala lag. Das Impala ist an dieser Stelle verschwunden. Es liegt, oder das, was davon übrig ist, 50 m weiter im Gras. Es kreisen Bateleur Eagels darüber. Wir besichtigen kurz die Stelle.
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Da hatten offensichtlich die Hyänen und Eagle ein Festmahl. Leider wissen wir nicht, was sich dort abgespielt hat. Aber so nimmt das Leben im Busch seinen Lauf.
Hier ein paar eindrücke von unserem Morgenspaziergang:


Wir laufen weiter in den Busch und unser Guide macht plötzlich eine Elefantenherde aus. Beide Salvation und Chico checken kurz die Lage und wir müssen umkehren. Offensichtlich sind wir von Elis umgeben. Ich hatte keine Gelegenheit zu fotografieren.
Also kehren wir um und laufen in die andere Richtung. Wir treffen auf eine riesige Büffelherde und ein paar Zebras – keine 50 m sind wir von den Tieren entfernt.


Die Büffel haben viele Kleine dabei und sie bewegen sich in mehreren Herden immer wieder unterbrochen von den Wächterbüffeln. Sehr interessant, das so genau beobachten zu können. Im Chobe hatten wir das zwar auch schon gesehen und beobachtet. Aber zu Fuß, hat es nochmal ein besonderes Geschmäckle.

Außerdem sehen wir noch mehrere Impala Herden und Kudus, die jedoch zu schnell vor uns flüchten.


Nach 10.00 Uhr sind wir im Camp zurück und Moagedi kredenzt uns mal wieder ein vorzügliches Lunch:
Nudelsalat mit Thunfisch, Boerewurst mit Zwiebeln, Greek Salad und Guacamole (super lecker) und selbstgebackene Brötchen.


Alles geht hier so total entspannt vonstatten – auch wenn das Team arbeitet. Sie kommunizieren nett miteinander und alles läuft Hand in Hand.

Um 13.30 Uhr werden wir das Camp verlassen. Vorher muss natürlich noch „klar Schiff“ gemacht werden.

Auch das läuft wieder alles Hand in Hand und diesmal dürfen wir sogar auch mithelfen, was mich freut.
Nachdem 2 Polerinnen unsere Betten im Zelt entfernt haben werden 2 Eimer warmes Wasser bereitet und die 2 Damen laufen damit in den Busch, um ihre Toilette zu machen. Auf jeden Fall kommen sie gestriegelt und geschniegelt wieder zurück.
Der Koch räumt in aller Seelen-Ruhe seine Küchenutensilien wieder ein. Das übrige Obst wird unter den Polern verteilt, ebenso die restlichen verderblichen Lebensmittel. Die alte Polerin – die Frau von Chico ist schon eine Weile in ihrem Zelt verschwunden und offensichtlich mit Einpacken beschäftigt. Ihr Mann Chico sitzt bzw. liegt im Schatten und chillt.
Irgendwann helfe ich der alten Frau, ihr Zelt vernünftig zu verstauen.
Salvation rückt mit seinem aufgebauten Zelt zur Nachbar-Campsite ab, wo anscheinend seine Frau mit einer anderen Gruppe gerade angekommen ist. Sie machen also sozusagen „fliegenden Wechsel“. Wir helfen Moagedi noch unser Zelt abzubauen, schütten das  Loch der Buschtoilette ordentlich zu und helfen außerdem die Tische und Stühle wieder zusammen zu klappen.


Gegen 13.20 Uhr, kurz vor der Abfahrt, verteilen wir unsere großzügigen Trinkgelder , besteigen unsere Mokkoros und schippern los. Nach kurzer Zeit treffen wir auch auf die dreier Gruppe Selfcatering und auf mehrere Mokkoros, die als Tagesausflügler im Delta waren.

Salvation meint an einem der crossing points, wo die Tiere normalerweise queren: „Da vorne ist eine große Elefantenherde. Wir machen jetzt hier erst einmal Pause und checken die Lage.
Wir beobachten in sicherer Entfernung immer mehr Elefanten, die Richtung Kanal marschieren, wo wir durchfahren müssen. Und wir hören sie plantschen.


Nach ca. 20 Minuten kommen auch die anderen Mokkoros und fahren vorsichtig in den Kanal ein. Die Poler wechseln ein paar Worte, was wir ja nicht verstehen. Unsere Gruppe hängt sich hinten dran. Mir war nicht sehr wohl bei dieser ganzen Aktion. Jürgen und ich sind im vorletzten Mokkoro, hinter uns ist nur noch Chico. Plötzlich knirscht und raucht es im Schilf. Chico hatte Feuer gelegt, wahrscheinlich um die Elefanten zu vertreiben.


Wir kommen wieder an eine kleine Kanalkreuzung. Ein Großteil der anderen Mokkoros steht in dem kleinen Seitenkanal und warten. Aber 2 weitere Mokkoros sind bereits in den Kanal eingefahren wo die Elis sind, machen aber lautlos Zeichen zurück zu rudern.

Im nächsten Moment überqueren 2 Elefanten ca. 5 m vor den 2 Mokkoros mit lautem Gegröle den Kanal. Gar nicht auszudenken, was hätte passieren können. Also diese Situation kam mir persönlich gefährlicher vor, als die Löwensichtung. Durch die Wasserbewegung kommt eines der Mokkoros, welches zurück gesetzt hat, ins Wanken, sodass deren Poler in’s Wasser fällt. Durch das Feuer haben sich die Elis zurück gezogen.
Dann übernimmt Salvation mit etwas Schadenfreude über den Kollegen, der in’s Wasser fiel, die Führung. Mir klopft das Herz bis zum Hals.

 

Gegen 15.30 Uhr legen wir wohlbehalten wieder an der Mokkoro Station an – jetzt können alle aufatmen. Alle packen wieder mit an, um die Mokkoros auszuladen. Gegen 16.00 Uhr fährt unser Shuttle mit 5 Mokkoro Gästen, einem Angestellten vom Old Bridge und Fahrer und Beifahrer zurück zum Old Bridge Backpapers.
Auf dem Rückweg sehen wir auch nochmals Büffel und Elefanten.


Die 2 Amerikaner von der Selfcatering Tour, die in dem Mokkoro saßen, bei dem der Poler in’s Wasser fiel, mussten sich erstmal trocken legen. Deren ganzes Equipment inkl. Jacken war heftig durchnässt. Bis wir heute nach bereits 90 Minuten im Old Bridge eintreffen ist alles soweit wieder trocken. Also dieser Fahrer war heute mehr als flott unterwegs, und wir wurden ordentlich durchgerüttelt. Trotzdem hatten wir noch ein paar Eli-Sichtungen.
Im Old Bridge steigen wir sofort in unser Auto, damit wir noch im Hellen das Discovery Bed and Breakfast erreichen, das für uns heute gebucht ist.
Im Discovery Bed&Breaktfast  werden wir sehr freundlich von einer der Angestellten empfangen, sie zeigt uns die Anlage in all ihren Facetten, was ca. 30 Minuten gedauert hat. Wir wollten doch nur eine Nacht hier bleiben. Dann erst kommt für mich der erlösende Toilettengang…
Wir trinken ein Bierchen auf unserer Terrasse, statten der WIFI Aera einen Besuch ab, wo ich meine E-mails checke und ein Lebenszeichen an die Daheimgeblienen sende.
Wir haben weder Hunger noch Lust nochmal zum Abendessen weg zu fahren, sodass wir nach einem weiteren Drink und kleines Snacks um 20.15 Uhr in dem Himmelbett in unserer Hütte liegen und von unserem Busch-Abenteuer im Delta träumen.
Fazit Mokkoro Tour in’s Delta:
Es war wunderschön und wir haben es trotz des recht saftigen Preises (ca. 1000 Euros für uns 2 plus die Trinkgelder) sehr genossen. Wenn man das wieder vergleicht mit einem Aufenthalt in einer Lodge im Delta ist es immer noch relativ günstig. Es war einer der Highlights unserer Tour. Alles war gut organisiert. Wir hatten Glück, dass wir nur zu zweit waren, wobei wir gegen 2 bis 4 zusätzliche Begleiter auch nichts gehabt hätten. Das hat immer alles seine Vor- und Nachteile. Wir haben uns sehr wohl gefühlt mit dem Team und wir wären auch genauso happy gewesen, hätten wir nicht die Löwen per Pedes gesehen. Wir wurden sehr gut und kompetent bewirtet und betreut. Das Zelt war sehr bequem und aus meiner Sicht wirklich eine Art Luxus-Camping. Die 2 Nächte haben auch ausgereicht, wobei ich es auch noch problemlos einen Tag länger ausgehalten hätte. Die Walks waren toll, so nah kommt man dem Wild im wahrsten Sinne des Wortes nicht auf andere Art und Weise.
Also klares Ja, wir würden es nochmals machen!

Morgen steht eine längere Fahrt, entlang des Panhandle nach Shakawe an. Und abends gibt es dort noch eine Bootstour, die natürlich sehr vogelastig war. Also morgen bin ich dann wieder auf Eure Unterstützung bei der Vogelbestimmung angewiesen.

 

 

2 Kommentare zu „27.5.2019 – Rückfahrt zur Mokkoro-Station mit Elefanten Roadblocks

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