Vorwort
Schon seit langem habe ich von Argentinien geträumt. Ein langgehegter Wunsch. Immer wieder habe ich Freunden davon erzählt. Doch immer gab es irgendwelche Vorbehalte, vor allem wegen der relativ großen Investition und natürlich auch wegen der Länge der Reise.
Letztes Jahr im August habe ich angefangen Nägel mit Köpfen zu machen. Organisiert mit einer Gruppe, wollte ich nicht reisen. Ich wollte frei sein.
Also viele Reisepodcasts gehört, Videos auf Youtube angeschaut, Blogs gelesen.
Als ich im September dann meine konkrete Route zusammen gestellt hatte, erstelle ich einen Post in Facebook. Nur eine simple Frage. Wer ist in dem Zeitraum Februar und März ebenfalls alleine in Argentinien und Chile unterwegs? Vielleicht kann man sich ja unterwegs treffen?
Daraufhin meldet sich Marian aus der Schweiz. Wir chatten zuerst, telefonieren lange und ich lade sie ein nach Südfrankreich, damit wir uns persönlich kennen lernen können.
Das verläuft alles soweit entspannt, obwohl wir sehr, sehr unterschiedlich sind. Aber wir planen jeden Abend 8 Tage lang unsere Route.
Startdatum, Inlandsflüge und die Tage an den Orten, wo wir hin wollten. Ende Oktober 2025 stand die Route somit fest.
Wir buchten die Inlandsflüge, die Quartiere, immer EZ bzw. Wohnungen mit 2 Schlafzimmern und teilweise auch schon die Busfahrten und die Mietwagen.
Damals ist mir schon aufgefallen, dass Marian sehr luxusorientiert ist, was die Auswahl der Unterkünfte angeht. Und auch sehr langsam und umständlich, da sie alle Reviews bei den Hotels 100 x überprüft hat. Ich bin da eher spontaner. Alle Hotels waren stornierbar. Ebenso die AirBNBs. Also war das Risiko praktisch gleich 0.
Und schon damals war für mich klar, dass wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht klappen sollte mit uns beiden, man sich ja immer noch trennen konnte während der Reise.
So verabschieden wir uns Ende Oktober 2025.
Ich buchte dann auch ziemlich zeitnah meine Überseeflüge. Marian ließ sich noch etwas Zeit. Denn sie wollte gerne vorher noch einen Spanischkurs in Buenos Aires belegen.
So hielten wir bis Weihnachten locker Kontakt. Ich machte noch Vorschläge, die Quartiere in Mendoza zu ändern und einen Mietwagen in Salta zu reservieren, was ohne Murren immer akzeptiert wurde.
Und tatsächlich findet Marian eine gute Sprachschule und fliegt bereits am 15.1. nach B.A. und macht dort ihren Sprachkurs.
Am 4.2.2026 treffen wir uns dann im Hotel in B.A. und das Abenteuer konnte beginnen.
Der Rest steht in den Einzelberichten in meinem Blog. Natürlich nur aus meiner Sichtweise. Es gab, wie immer im Leben Höhen und Tiefen.
Ich habe jedoch sehr schnell gemerkt, dass wir niemals allerbeste Freundinnen werden würden. Mich haben zu viele Dinge gestört an ihr. Und das beruhte sicherlich auf Gegenseitigkeit.
In San Pedro de Atacama kam es dann zum Eclat und wir entschieden uns, zu trennen. Immerhin haben wir es 6 Wochen miteinander ausgehalten.
Nur hätte ich das schon viel früher machen sollen. Dann hätte ich mir einige Tagebucheintragungen ersparen können, mit denen ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe.
So what, ich bin mal wieder um eine Erfahrung reicher. Ich werde auf jeden Fall niemals wieder eine Reise mit einer Person machen, die ich nicht besser kenne.
Alleine ist es viel schöner, man lernt viel einfacher Leute kennen, kann sich abgeben, mit wem man möchte und ist frei in seinen Entscheidungen. Aber das ist eine individuelle Geschichte.
Es war eine der schönsten Reisen, wenn nicht die schönste und abwechslungs-reichste Reise in meinem Leben.























Struktur der Tour insgesamt – Was würde ich verändern?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es war fast perfekt, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Ich war froh um die Reserve- und Ausruhtage, die wir letztendlich hatten.
- Die Anzahl der Tage war gut und entspannt. So hatte man Reservetage, die man braucht, wegen Wetter oder um sich einfach auszuruhen.
- 2 komplette Tage in Ushuaia ausreichend. Beim nächsten Mal würde ich die Pinguin Bootstour vorbuchen. Da gab es leider keinen Platz mehr.
- 5 Tage El Calafate waren zu lang. 3-4 hätten auch gereicht. In El Calafate lohnt sich ev. ein Mietwagen, wenn man sich die Busfahrten nach Chile und El Chalten ersparen möchte. 1 Tag am Perito Moreno Gletscher reicht. Bootsfahrt hat sich gelohnt.
- El Chalten. 2 volle Tage reichen, wenn man kein passionierter Wanderer ist.
- Puerto Natales. Die 4 Nächte waren ebenfalls zu lang, wenn man kein Auto hat und nicht mehrmals in den Torres del Paine Park fährt, um dort zu wandern.
Leider habe ich keinen Platz mehr bekommen für die Glacier Grey Bootsfahrt. Also sollte man ebenfalls vor buchen.
Man kann übrigens auch mit der Fähre von Ushuaia nach Chile übersetzen. Und dann würde ich auch Punta Arenas besuchen und von dort aus noch Ausflüge machen.
Dann mit Bus oder Auto nach Puerto Natales, um den Torres del Paine Park zu besuchen und von dort aus rüber nach Argentinien mit dem Bus. - Bariloche, die 5 Tage waren ausreichend und entspannt. Auto mieten! Ev. in der Gegend von Vila de Angostura ebenfalls eine Übernachtung einplanen.
- Mendoza. 1 Nacht und 1 Tag in der Stadt ausreichend. Sonst außerhalb in der Weingegend übernachten. Man braucht ein Auto! Wir waren insgesamt 5 Nächte dort.
- Santiago de Chile, es gibt viel zu sehen in Santiago. Wir waren nur 2 Nächte und 1,5 Tage dort.
- Valparaiso, 2 Nächte sind ok. Ev. reicht auch 1 Nacht.
- San Pedro de Atacama, 4 Nächte war ok aus meiner Sicht. Ev. reichen auch 3 Nächte.
- Salta und Umgebung, 7 Tage für Salta mit Roadtrip nach Süd und Nord reichen aus. Es war entspannt!
- Iguazu, mindestens 1 Tag vor Ort, um beide Seiten zu besuchen. 1-2 Nächte entspannt.
- Buenos Aires ist eine riesige Stadt. Mir haben die 6 Nächte und 5 Tage vor Ort aber gereicht.
- Inlandsflüge – Wir hatten alle Inlandsflüge fest vorgebucht über Booking.com. Hin und wieder kam es trotzdem zu Flugverschiebungen.
Man ist natürlich flexibler, wenn man die Flüge erst vor Ort bucht. Aber es wird dann auch teurer. Wir sind in Argentinien überwiegend mit Aerolingas Argentina geflogen, was ok war. 1x mit Jetsmart. Auch ok. Latam in Chile war auch ok, bis auf den ausgefallenen Flug nach Calama. Aber, wir haben es ja gut gemanagt. - Busfahrten – wir haben teilweise vor Ort einige Tage vorher gebucht. Ich glaube jedoch, dass man einfach zum Busbahnhof gehen kann und direkt am Bahnhof buchen kann. Die Busse sind sehr bequem. Ich bin allerdings auch nur tagsüber gefahren.
- Mietwagen haben wir ebenfalls über Booking gebucht. So hatten wir die meisten Hotel, Flüge und Mietwagen alle zusammen in einer Übersicht.
- Quartiere – das ist natürlich sehr individuell. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man problemlos – auch in letzter Minute noch eine Übernachtungsmöglichkeit findet (ausser in El Chalten). Wir hatten ja alles vor gebucht.
Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich öfters in guten Hostels übernachtet, da man dort besser Kontakt zu anderen Reisenden findet. - Budget. Argentinien und Chile sind keine low Budget Reiseländer. Darüber muss man sich im Klaren sein.
Ich habe während den 2 Monaten ca. 11.500 EUR ausgegeben, inkl allem (Flüge, Essen, Hotels, Ausflüge, Mietwagen etc.). Das finde ich OK für 2 Monate. (Eine drei wöchige Reise aus dem Katalog kostet auch ca. 8.000 EUR in der Kleingruppe und man reist nicht so entspannt, wie selbst organisiert.)
Reise Statistik
57 Tage
Laut Polarsteps habe ich 33.082 Km zurückgelegt
Folgt mir auch auf Polarsteps . Die App habe ich erst richtig nach meiner Rückkehr entdeckt. Aber meine Freunde haben mich zahlreich auch auf Whatsapp während ich vor Ort war, begleitet.
Scheut Euch nicht, mich anzuschreiben, solltet Ihr noch Fragen haben.
Danke fürs Mitreisen auf dieser und vielleicht auf künftigen Reisen!
Es hat mir großen Spaß gemacht, hier die Reise im Nachhinein zu publizieren.
Und Argentinien und Chile streiche ich jetzt vorerst von meiner Bucketlist.
Es gibt noch so viele Ziele auf dieser Welt, die mir im Kopf herum schwirren.
Also stay tuned!