Anreise in die Atacama Wüste mit wüsten Pannen

9.3.2026 – Die 16 Stunden Anreise

Um 8.00 Uhr werde ich wach.

Herrlicher Sonnenschein und Vogelgezwitscher begrüßen mich. Um kurz vor 8.30h kommt mein Müsli/Obest Frühstück, was ich auf der Terrasse in der Sonne einnehme.

Dann duschen und meine Tasche packen. Darin bin ich nach 5 Wochen trainiert. Läuft alles, wie am Schnürchen.

Um 10.00 Uhr kommt unser Driver, um uns zum Airport nach Santiago zu fahren. (Hat für jede von uns 50 TSD CLS in cash gekostet)

Wir sind überpünktlich am Flughafen.

Hier in STGO läuft alles automatisiert ab. Man muss seinen Gepäckanhänger selbst ausdrucken, das Gepäck eigenständig aufs Band stellen, dabei den Gepäckanhänger scannen und ab geht die Post.

Ich treffe Marian, die etwas besorgt ist, da das Gate noch nicht angeschrieben ist.

Ich beruhige sie, sie geht zu Starbucks und ich zur Toilette. Und schon erhalte ich über die Latam App, Gate B6.

Bereits 2 Stunden vor Abflug um 14.24 Uhr gehen wir durch die Sicherheitskontrolle ans Gate und ich nutze die Zeit, um Tagebuch zu schreiben.

Ich lasse die letzten 5 Wochen nochmals gedanklich Revue passieren.

Positiv war, dass wir viele Reservetage an den unterschiedlichen Orten eingeplant hatten. So war man flexibler, was die Ausflüge oder Aktivitäten vor Ort anbelangt.

Dass wir zu zweit unterwegs waren, war für mich nicht immer positiv. Immerhin wurden Taxikosten und Mietwagen geteilt, was ein paar Pesos gespart hat. Aber, wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich teilweise sicherlich einfachere Unterkünfte gewählt und wahrscheinlich mehr organisierte Touren gebucht.

Es war bis jetzt eine wunderschöne Reise. Ich sage fast, von den Landschaftsbildern her, die schönste Reise, die ich je gemacht habe in meinem Leben.

Eines der 3 verbleibenden Highlights steht ja nun bevor. Ich freue mich auf die Atacama Wüste!

Doch vorher passiert folgendes:

Ca. 30 Minuten vor dem Abflug, wird plötzlich der Flug gecancelt. Erklärungen gibt es nur auf Spanisch.
Wir fragen einen Mitarbeiter und uns wird mitgeteilt, dass wir aus dem Abflugbereich raus sollen und um zu den Schaltern 60 bis 66 begeben sollen. Dort würde wir nähere Infos erhalten.

Wir laufen einmal quer durch den Flughafen zu den angegebenen Countern. Eine ellenlange Schlange und alle mit Gepäck mit Kofferanhängern von unserem Flug Latam 154. Ich frage einen Passagier und bekomme die Info, dass die Koffer am Band 9 abgeholt werden müssen.

Wir waren aber an der Gepäckausgabe schon vorbei und zurück kann man und darf man nicht. Also zuerst zum Infoschalter, dann zum Schalter für verlorenes Gepäck. Die Dame telefoniert eine halbe Ewigkeit, um unsere Koffer zu finden. Letztendlich werden wir zum Ausgang begleitet und können unsere Koffer in Empfang nehmen.

Also bepackt wieder nach oben zu den Check-in Schaltern. Die Schlange ist noch genauso lang, wie vorher. Es ist 15 Uhr. Nun stehen wir ganz hinten und sind fast die letzten. Hinter uns noch 3 Franzosen, die kolossal nerven mit ihrem Gequatsche.

In der Zwischenzeit erhalte ich eine SMS der Airline, dass ich umgebucht wurde auf den nächsten Tag um 11.21 h. Marian auf 15.21 h. Wir checken jedoch, dass heute noch 3 Flüge gehen nach Calama. Notfalls wären wir sogar bereit gewesen, einen Aufpreis zu bezahlen.

Als wir endlich an der Reihe sind (in der Zwischenzeit ist nur noch einer der 4 oder 5 Counter besetzt), versucht die Dame uns beide auf den Flug am 10.3. um 11.21 h einzuchecken. Doch wir bleiben standhaft und bestehen darauf, noch am gleichen Tag zu fliegen. Nach ca. 30 Minuten Diskussion, halten wir unsere Bordkarten für den Flug um 21.00 Uhr in Händen, sowie einen Essensgutschein in Höhe von umgerechnet 8 EUR.
Es ist jetzt 17.30 h. 2,5 Stunden sind wir hier angestanden! Eigentlich ein NOGO aber wir waren natürlich froh, noch heute fliegen zu können.

Um 18.30 Uhr, als wir uns gerade gemütlich im Lokal niedergelassen hatten, kommt eine neue Hiobsbotschaft per SMS. Der Abflug der Maschine ist von 21.00 Uhr auf 22.33 h verschoben.

Mein Bier ist getrunken, auf den Schock bestelle ich mir noch ein Glas Rotwein.

Wir checken online, wie wir mitten in der Nacht vom Airport nach San Pedro fahren können. Das sind über 100 km. Aber wir buchen nichts vor, denn wer weiß, was noch alles passiert.

Das Boarding erfolgt jedoch pünktlich, wir sitzen in einem Charterflug für Minenarbeiter, die in Nordchile arbeiten. Wir sind fast die einzigen Frauen im ganzen Flugzeug.

Wir landen nach Mitternacht, unser Gepäck kommt und wir treten hinaus in die Nacht.

Dort kommt uns ein junger Mann entgegen und fragt, ob wir nach San Pedro möchten, was ich natürlich bejahe. Er bietet uns an, uns bis vor das Hotel zu fahren für 70 Tsd. Pesos, was 35 Euro für jeden bedeutet. (Ungefähr der Preis von einem UBER). Also Glück im Unglück.

Der junge Mann, auch ein Minenarbeiter, der auf der Rückfahrt von der Arbeit ist, und sich ein wenig Geld dazu verdient.

Bei lauter Musik fährt er uns sicher durch die Nacht! Anscheinend gibt es hier nachts keine Geschwindigkeitskontrollen.

Im Hotel, der Lodge Don Julio, hatten wir schon Bescheid gegeben, dass wir erst morgens gegen 2 Uhr ankommen werden.

Man gewährt uns also Einlass.

Damit waren wir 16 Stunden unterwegs von Valparaiso aus. Etwas länger, wie der Flug von Europa nach Südamerika über den Atlantik.

Gegen 3.00 Uhr liege ich im Bett, schlafe nicht gleich ein aber immerhin bis 8.30 Uhr durch.

Welch eine Odyssee mal wieder!

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